Was ist der Unterschied zwischen einer Zwiebel und einer Knolle?
Viele Menschen unterscheiden nicht zwischen Blumenzwiebeln und -knollen, und das ist auch in Ordnung, denn in der Praxis funktionieren sie fast gleich. Trotzdem gibt es einen kleinen Unterschied. Eine echte Zwiebel, wie die einer Tulpe, Narzisse oder Hyazinthe, besteht aus Schichten, die wie eine Art Mini-Zwiebel umeinander gewickelt sind. Eine Knolle, wie die einer Dahlie oder Gladiole, ist kompakter und sieht eher aus wie eine Kartoffel oder ein Knollensellerie. Sowohl Zwiebeln als auch Knollen speichern Nährstoffe, um die Pflanze durch eine Ruhephase zu bringen. Und beide belohnen dich mit wunderschönen Blüten, wenn du sie zum richtigen Zeitpunkt in den Boden pflanzt.
Schon gewusst?
Der Begriff „Blumenzwiebel“ wird umgangssprachlich für alle möglichen Zwiebel- und Knollenpflanzen verwendet. Egal, ob es sich also um eine Narzissenzwiebel oder eine Dahlienknolle handelt – in diesem Artikel nennen wir sie einfach alle Blumenzwiebeln.
Welche Blumen wachsen aus Blumenzwiebeln oder -knollen?
Die Liste ist länger, als du vielleicht denkst. Bekannte Frühlingsblüher, die aus einer echten Zwiebel wachsen, sind unter anderem Tulpe, Narzisse, Hyazinthe, Krokus, Schneeglöckchen und Traubenhyazinthe. Für den Sommer gibt es Dahlien und Gladiolen (beides Knollen), aber auch Calla und Allium. Lilien sind ein Kapitel für sich: Sie wachsen aus Schuppen, die zusammen eine Zwiebel bilden, und blühen im Sommer. Kurz gesagt: Für fast jede Jahreszeit, jede Farbe und jeden Gartenstil gibt es eine passende Blumenzwiebel.
Wann pflanzt man Blumenzwiebeln?
Das ist die Frage, die die meisten Leute beschäftigt, und die Antwort hängt davon ab, wann du dich an den Blumen erfreuen möchtest. Die Faustregel ist einfach: Du pflanzt immer ein oder zwei Jahreszeiten im Voraus.
Frühlingsblüher: September bis Dezember
Möchtest du im Frühling Tulpen, Narzissen, Hyazinthen oder Krokusse genießen? Dann kommen die Zwiebeln im Herbst in den Boden, von September bis einschließlich Dezember, noch vor dem ersten Nachtfrost. Je früher, desto besser: Die Zwiebeln brauchen diese Kälteperiode, um im Frühling zu blühen. Wenn du im Oktober pflanzt, ist das für die meisten Arten ideal.
Sommerblüher: April und Mai
Dahlien, Gladiolen und Callas sind frostempfindlich und kommen erst in den Boden, wenn die Gefahr von Nachtfrost vorbei ist. In Deutschland ist das normalerweise ab Mitte April bis Mai der Fall. Zu frühes Pflanzen bedeutet echtes Risiko: Ein einziger starker Nachtfrost und deine Knollen sind hinüber.
Blumenzwiebeln pflanzen: die Grundregeln
Du brauchst keinen grünen Daumen, nur ein paar Grundregeln. Und diese kannst du dir ganz einfach merken.
Wie tief pflanzt man Blumenzwiebeln?
Die goldene Regel: Pflanze eine Zwiebel zwei- bis dreimal so tief, wie sie hoch ist. Eine 5 Zentimeter hohe Zwiebel kommt also in eine Tiefe von 10 bis 15 Zentimetern. Steht auf der Verpackung eine bestimmte Tiefe? Dann halte dich daran. Zu flach zu pflanzen ist der häufigste Fehler, und zu tief gepflanzte Zwiebeln sind wirklich viel besser dran als zu flach gepflanzte.
Welche Seite der Blumenzwiebel kommt nach oben?
Die Spitze zeigt nach oben, die flache Seite mit den Wurzeln nach unten. Bei den meisten Zwiebeln ist das deutlich zu erkennen. Bist du dir unsicher? Dann ist es auch völlig in Ordnung, sie schräg zu pflanzen – die Natur findet schon ihren Weg.
Wie weit sollten Blumenzwiebeln auseinander gepflanzt werden?
Als Richtwert gilt: Der Pflanzabstand sollte das Zwei- bis Dreifache des Zwiebel-Durchmessers betragen. Tulpen dürfen für einen üppigen Effekt etwas dichter beieinander stehen, während Dahlien mehr Platz brauchen. Schau dir auch hier auf der Verpackung den empfohlenen Abstand für die jeweilige Sorte an.
Nach dem Pflanzen
Gieße die Zwiebeln direkt nach dem Pflanzen. Das regt sie zum Wurzelwachstum an, und je früher diese Wurzeln da sind, desto besser ist die Zwiebel gegen Kälte gewappnet.
Was machst du mit Blumenzwiebeln nach der Blüte?
Deine Blumen sind verblüht – und jetzt?
Schneide die verblühten Blüten sofort ab, sobald sie welk sind. So steckt die Zwiebel ihre Energie nicht in die Bildung von Samenkapseln, sondern in die Stärkung ihrer selbst. Lass das Laub und den Stiel danach aber einfach stehen, bis sie komplett gelb und abgestorben sind. So unschön das auch aussieht: Diese Blätter pumpen noch Nährstoffe zurück zur Zwiebel. Sie vorher abzuschneiden, wäre wirklich schade. Danach hängt es von der Art ab:
- Narzissen, Schneeglöckchen und Krokusse kannst du einfach im Boden lassen. Sie kommen nächstes Jahr von selbst wieder und breiten sich sogar aus.
- Tulpen und Hyazinthen solltest du besser aus dem Boden holen, nachdem das Laub abgestorben ist. Lagere die Zwiebeln ohne Blätter trocken, dunkel und luftig in einem Korb oder Jutesack und pflanze sie im Herbst wieder ein. Wichtig: Klopfe sie vorsichtig sauber, aber mach sie vor der Lagerung nicht nass.
- Sommerblüher wie Dahlien und Gladiolen sind frostempfindlich und müssen vor dem ersten Nachtfrost aus dem Boden geholt werden. Lagere die Knollen an einem frostfreien, dunklen Ort bis zum nächsten Frühjahr. Auch hier gilt: Wasche die Knollen vor der Lagerung niemals mit Wasser ab. Es reicht, die Erde mit den Händen abzuklopfen – Wasser kann Fäulnis verursachen. Zur Lagerung eignen sich ein Körbchen, ein Jutesack, aber auch eine Papiertüte mit Löchern. So kann Luft an sie herankommen – Knollen und Zwiebeln leben und brauchen Sauerstoff.
Möchtest du mehr über Gartenpflanzen erfahren?
Hast du Blumenzwiebeln gepflanzt? Dann ist es jetzt an der Zeit, noch mehr Garteninspiration zu entdecken. Lies auch unseren Artikel über das Pflanzen von Gartenpflanzen: wann und wie für weitere praktische Tipps zum Gemüsegarten, zu Stauden und vielem mehr. Und auch wenn du keinen Garten, sondern nur einen Balkon hast, haben wir tolle Inspirationen für dich.