Bougainvillea überwintern
Bougainvillea ist nicht winterhart. Sinken die Temperaturen unter 5 °C, solltest du die Kübelpflanze an einen hellen, frostfreien Platz holen. In einem unbeheizten Wintergarten, einem hellen Treppenhaus oder einem kühlen Kellerraum mit Fenster fühlt sie sich dann wohl. Ideal sind 8 bis 12 °C. Gieße im Winter deutlich sparsamer, aber lass den Ballen nicht völlig austrocknen. Dass die Pflanze dabei einen Teil ihrer Blätter verliert, ist normal.
Steht die Bougainvillea ausgepflanzt an einer Hauswand, schützt du sie mit Vlies und einer dicken Mulchschicht über dem Wurzelbereich. In rauen Lagen ist das allerdings ein Versuch mit ungewissem Ausgang, im Kübel bist du auf der sicheren Seite.
Standort
Die Bougainvillea liebt Wärme und Sonne. Gib ihr einen geschützten Platz nach Süden oder Westen, an dem es tagsüber problemlos über 20 °C wird, mit mindestens fünf Stunden voller Sonne und am liebsten vor einer warmen Mauer. Der Boden sollte gut durchlässig sein. Du kannst ihn bei schwerem Lehm mit groberm Sand und Kompost auflockern. Steht sie zu schattig, bildet sie vor allem Blätter und kaum Blüten. In einem kühlen, nassen Frühjahr kann ein vorübergehendes Dach verhindern, dass sie ihre Knospenabwirft (Knospenfall).
Pflege der Bougainvillea
Jede Sorte benötigt die gleiche Grundpflege. Achte während der Wachstumsphase (April–September) auf reichlich Wasser.
- Wasser: bei warmem, trockenem Wetter etwa 2× pro Woche, in kühleren Phasen weniger. Ist die obere Erdschicht zwei Zentimeter tief trocken, wird gegossen.
- Staunässe vermeiden: nasse Füße bremsen die Blüte. Überschüssiges Wasser muss ablaufen können.
- Dünger: mediterraner Flüssigdünger, 1× pro Monat während der Blütezeit.
- Boden: lockere, leicht sandige Kübelpflanzenerde mit guter Drainage.
Merkmale und Blüte
Bougainvillea gehört zur Familie der Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae). Du erkennst sie an langen, verholzten Ranken voller papierartiger Hochblätter in Violett, Rosa, Rot, Gelb oder Weiß. Was aussieht wie Blütenblätter, sind botanisch keine: Die eigentlichen Blüten sind die kleinen cremefarbenen Röhrchen in der Mitte. Weil jeweils drei davon von drei Hochblättern umgeben werden, heißt die Pflanze auf Deutsch Drillingsblume.
Arten der Bougainvillea
Es gibt über zwanzig botanische Arten, in europäischen Gärten begegnen dir vor allem drei:
- Bougainvillea glabra – kompakt, mit intensiv violetten Hochblättern.
- Bougainvillea spectabilis – größere Blätter, kräftige Dornen, Farben von Tiefrot bis Orange. Beliebt für Fassaden und Pergolen.
- Bougainvillea peruviana – schlanker Wuchs, kleinere hellrosa bis magentafarbene Hochblätter, gut trockenheitsverträglich.
Diese blühende Kletterpflanze liebt Wärme und Sonnenschein.
Blüte anregen
- Gönn der Pflanze im März etwa drei Wochen „Trockenruhe": Erde fast trocken halten, Temperatur um 15 °C.
- Stell sie Anfang April zurück an ihren sonnigen Platz und gieße wieder normal.
- Gib sofort einen phosphorbetonten Dünger für die Knospenbildung.
- Entferne schwache, dünne Triebe, damit die Energie in kräftige Blütentriebe geht.
Bougainvillea schneiden
Schneide im zeitigen Frühjahr alle toten und beschädigten Triebe bis ins gesunde Holz zurück. Während der Wachstumszeit kannst du zu lange Triebe leicht einkürzen, das hält die Pflanze kompakt und regt neue Blüten an. Trag dabei immer Handschuhe: Bougainvillea hat kräftige Dornen. Binde junge Triebe rechtzeitig an Wand oder Pergola an, damit die Fläche gleichmäßig zuwächst.
Binde junge Triebe rechtzeitig an einer Fassade oder Pergola fest, damit sich eine schöne, gleichmäßige Bepflanzung bildet.
Bougainvillea vermehren
Stecklinge schneidest du am besten im Sommer, wenn die Triebspitzen halb verholzt sind. Nimm einen etwa 15 cm langen Trieb, schneide direkt unter einem Blattknoten, entferne die unteren Blätter und tauche die Schnittfläche in Bewurzelungspulver. Setz den Steckling in eine luftige Mischung aus torffreier Anzuchterde und Perlit und stell ihn hell und warm bei rund 25 °C auf. Nach sechs bis acht Wochen zeigen sich die ersten Wurzeln.
Symbolik
Im Garten steht die Bougainvillea dank ihrer scharfen Dornen als Symbol für Schutz. Die farbenfrohe Wolke aus Hochblättern symbolisiert außerdem Festlichkeit, Leidenschaft und südländische Gastfreundschaft – perfekt, um in deinem Außenbereich einen sonnigen, fröhlichen Akzent zu setzen.
Herkunft
Bougainvillea stammt aus den tropischen und subtropischen Regenwäldern Südamerikas, vor allem aus Brasilien, Peru und Argentinien. Dort klettert sie an Felswänden, Waldrändern und Flussufern empor, wo sich Sonne, Wärme und eine trockene Winterzeit abwechseln. Der französische Seefahrer Louis Antoine de Bougainville brachte 1768 Beschreibungen und Samen nach Europa, und so wurde die Pflanze nach ihm benannt.
Beschrieben wurde sie in Europa allerdings zuerst von einer Frau: Die Botanikerin Jeanne Baré verkleidete sich als Mann, um an Bord gehen zu dürfen, und begleitete Bougainvilles Expedition nach Südamerika. Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Art in den Gewächshäusern von Paris und Kew Gardens populär.
FAQ
Wie oft blüht eine Bougainvillea?
Bei sonnigem Standort und ausreichender Düngung bildet sie von Mai bis September durchgehend neue farbige Hochblätter.
Kann Bougainvillea draußen überwintern?
Nein, Bougainvillea ist nicht winterhart. Unter 5 °C stellst du den Kübel an einen hellen, frostfreien Ort oder schützt eine ausgepflanzte Pflanze mit Vlies.
Warum verliert meine Bougainvillea nach Regen Blüten?
Länger anhaltende Nässe kann Knospenfall verursachen. Verbessere die Drainage, dünge nach und schneide leichte Schäden weg, sobald es trockener wird.