Schleierkraut: Merkmale, Farben, Formen und Blüte
Schleierkraut wird botanisch als Gypsophila bezeichnet. Der Name leitet sich von den griechischen Wörtern „gypsos“ und „philos“ ab, was wörtlich „Gipsliebhaber“ bedeutet. Damit wird auf die kalkreichen Böden angespielt, auf denen die Pflanze von Natur aus wächst.
Typische äußere Merkmale von Schleierkraut sind:
- Kleine, runde Blüten mit fünf Blütenblättern
- Weiß und zartrosa
- Fein verzweigte, kräftige Stiele
- Schmale, graugrüne Blätter
- Ein luftiger, transparenter Blütenstand
Schleierkraut gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Zu dieser Familie gehören auch Nelken und Silene. Im Vergleich zu diesen Verwandten wirkt Schleierkraut feiner und lockerer in der Struktur.
Von Natur aus blüht Schleierkraut im Sommer. Durch den Anbau im Gewächshaus ist die Blume heutzutage das ganze Jahr über erhältlich.
Gypsophila-Arten
Die Gattung Gypsophila umfasst etwa 150 botanische Arten. Nur ein kleiner Teil davon wird als Schnittblume verwendet. Hier sind die wichtigsten Arten aufgeführt.
- Gypsophila paniculata (Rispen-Schleierkraut)
Die am häufigsten angebaute und verkaufte Art. Eine Staude mit reich verzweigten Blütenstielen und kleinen weißen oder hellrosa Blüten. Fast das gesamte Schleierkraut in Blumensträußen gehört zu dieser Art. Im Laden findet man manchmal farbenprächtige Varianten. Diese werden meist nach der Ernte gefärbt, gehören aber botanisch gesehen weiterhin zur gleichen Hauptart.
- Gypsophila elegans (einjähriges Schleierkraut)
Eine einjährige Art mit etwas lockererem Wuchs und etwas größeren Blüten. In Blumensträußen weniger verbreitet. Diese Art findet man häufiger in Pflückgärten und Rabatten.
- Gypsophila repens (kriechendes Schleierkraut)
Eine niedrig wachsende, kriechende Art, die oft in Steingärten und als Bodendecker verwendet wird. Die Pflanze bildet Teppiche aus kleinen Blüten und blüht im Sommer üppig.
Pflege von Schleierkraut
Schleierkraut ist eine robuste Blume, mag aber sauberes Wasser. Bakterien in der Vase können die Lebensdauer verkürzen, daher macht ein frischer Start wirklich einen Unterschied und hilft, die Blumen länger schön in der Vase zu halten.
So bleibt dein Schleierkraut am schönsten:
- Schneide die Stiele mit einem scharfen Messer sauber und schräg an
- Entferne Blätter, die ins Wasser hängen
- Stelle die Blumen sofort in eine saubere Vase mit lauwarmem Wasser
- Füge Schnittblumennahrung hinzu
- Wechsle das Wasser alle paar Tage
- Stell Schleierkraut vorzugsweise an einen hellen Ort, aber vermeide pralle Mittagssonne
- Stell die Vase nicht in den Luftzug und auch nicht neben eine Obstschale, da reifendes Obst Ethylen abgibt. Das beschleunigt den Alterungsprozess
Bei guter Pflege bleibt Schleierkraut im Durchschnitt ein bis zwei Wochen schön.
Herkunft
Gypsophila stammt aus dem Mittelmeerraum, Kleinasien und Osteuropa. Der botanische Name des Schleierkrautes lautet Gypsophila. Er ist von den griechischen Wörtern „gypsos“ = Gips (Kalksulfat) und „philos“ = Freund abgeleitet. Dieser schöne Name weist auf die Vorliebe der Pflanze für kalkreiche Böden hin. Übrigens ist das Schleierkraut ein weitläufiger Verwandter der Nelke – wer hätte das gedacht?
Schleierkraut trocknen
Schleierkraut ist eine beliebte Trockenblume, da seine feine Struktur gut erhalten bleibt.
So trocknest du Schleierkraut:
- Binde kleine Sträußchen zusammen
- Hänge sie kopfüber an einem trockenen, dunklen Ort auf
- Lass sie ein bis zwei Wochen trocknen
Ist Schleierkraut giftig?
Schleierkraut ist eine leicht giftige Blume, wenn sie verschluckt wird. Die Blume enthält Saponine, Stoffe, die bei Menschen und Haustieren leichte Magenbeschwerden verursachen können. Es ist daher ratsam, Schleierkraut außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren aufzubewahren.
Schleierkraut als Gartenpflanze
Schleierkraut ist nicht nur als Schnittblume beliebt, sondern auch als Gartenpflanze. Verschiedene Arten werden in Rabatten, Steingärten und Pflückgärten eingesetzt.
Im Garten steht Schleierkraut am liebsten an einem Standort mit:
- Gut durchlässigem, kalkhaltigem Boden
- Einem sonnigen Standort
- Einem trockenen bis mäßig feuchten Boden
Die Pflanze mag keine zu nassen Wurzeln. In schwerem oder feuchtem Boden ist es daher wichtig, dass das Wasser gut abfließen kann, um Wurzelfäule zu vermeiden.
Schleierkraut steht für Reinheit, Unschuld und aufrichtige Liebe.
Die Symbolik von Schleierkraut
Die kleinen, weißen Blüten wirken zart und werden oft mit einem Neuanfang und Zerbrechlichkeit assoziiert. Deshalb findet man Schleierkraut häufig in Geburtssträußen, Valentinstagssträußen und Hochzeitssträußen.
In einem Brautstrauß unterstreicht es Treue und Verbundenheit. In Geburtssträußen und Geburtsarrangements steht es für neues Leben und Zärtlichkeit. Auch in Trauerarrangements bekommt Schleierkraut eine Bedeutung, gerade wegen seiner ruhigen und zurückhaltenden Ausstrahlung.
Herkunft von Schleierkraut
Schleierkraut stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, Kleinasien, Zentralasien und Teilen Osteuropas. In freier Natur wächst die Pflanze auf trockenen, kalkreichen Böden und sonnigen Hängen.
Der Name Gypsophila bezieht sich auf diesen natürlichen Standort. „Gypsos“ bedeutet Gips und „philos“ Liebhaber.
Was einst eine Feldblume war, hat sich weltweit zu einer sehr beliebten Schnittblume entwickelt.