Wie groß darf ein Fassadengarten sein?
In den meisten Gemeinden der Niederlande gilt die gleiche Grundregel. Du darfst etwa 30 bis 45 Zentimeter der Fassade nutzen und mindestens 1,80 Meter des Gehwegs müssen frei bleiben. In Deutschland gibt es keine Norm. Überprüfe deshalb immer die örtlichen Vorschriften. In manchen Gemeinden kannst du sogar Fördermittel beantragen oder bekommst Hilfe bei der Anlage. Es wäre schade, wenn du anfängst und dann wieder abbauen musst, weil du eventuelle Regeln verletzt.
Warum ein Fassadengarten funktioniert
Ein Fassadengarten ist viel mehr als nur ein paar Pflanzen an der Wand. Man entfernt die Versiegelung, sodass Regenwasser endlich in den Boden sickern kann. Man gibt Insekten Nahrung und Schutz, was die Artenvielfalt direkt fördert. In steinigen Straßen merkt man außerdem, wie ein bisschen Grün das Mikroklima mildert. Es wird kühler und weniger trocken. Und vielleicht das Schönste daran: Grün verändert die Atmosphäre in einer Nachbarschaft. Die Menschen gehen entspannter durch die Straßen. Gespräche entstehen spontaner. Der Effekt zeigt sich eindeutig im täglichen Leben.
Welche Pflanzen eignen sich für einen Fassadengarten?
Der wichtigste Faktor ist die Lage deiner Fassade. Pflanzen, die Sonne brauchen, werden im Schatten nicht so gut gedeihen und umgekehrt. Also schau erst mal, ob deine Fassade sonnig, halbschattig oder eher dunkel ist.
Sonnige Fassaden
Schattige Fassaden
Wünschst du dir wenig Pflegeaufwand für deinen Fassadengarten? Dann wähle robuste Stauden, die von Natur aus kompakt bleiben.
Willst du die Artenvielfalt fördern? Dann nimm Pflanzen, die Bienen und Schmetterlinge anziehen, wie Campanula, Katzenminze (Nepeta) oder wilde Majoran.
Suchst du eine immergrüne, winterharte Kletterpflanze? Dann lass dich von diesen 7 immergrünen Kletterpflanzen inspirieren oder wähle eine Staude, die das ganze Jahr über Blätter hat.
Wie legst du einen Fassadengarten an?
Einen Fassadengarten anzulegen, dauert nicht so lange, wie du vielleicht denkst.
- Schau dir die Regeln deiner Gemeinde an und überleg dir, wie viele Bodenfliesen oder Steine du entfernen darfst.
- Steine entfernen. Die erste sitzt meistens besonders fest. Nimm eventuell einen Meißel.
- Entferne mindestens 30 Zentimeter des darunterliegenden weißen Sandes. Dieser Sand speichert weder Wasser noch Nährstoffe.
- Bereich mit Erde auffüllen. Verwende Erde, die Wasser gut aufnehmen und langsam abgeben kann.
- Platziere deine Pflanzen zunächst auf der Erde, um die Anordnung festzulegen.
- Einpflanzen. Drücke die Erde leicht an, damit die Blätter die Fassade nicht berühren. Hier findest du weitere Tipps.
- Ausreichend wässern. Das ist vor allem in den ersten Wochen wichtig, damit die Pflanzen gut anwachsen.
Es empfiehlt sich, eine größere Staude in den Mittelpunkt zu stellen, damit dein Fassaden-Garten auch außerhalb der Blütezeit attraktiv bleibt. Für zusätzlichen Halt kannst du ein einfaches Klettergerüst aufstellen, damit sich Kletterpflanzen besser festhalten können und nicht direkt auf der Wand wachsen.
Alternativen, wenn du keine Steine entfernen darfst
Nicht jede Straße darf aufgerissen werden. In diesem Fall gibt es andere Möglichkeiten, die den gleichen grünen Effekt schaffen.
- Große Töpfe mit Kletterpflanzen oder kompakten Stauden.
- Wandregale mit Töpfen oder Hängesystemen.
- Schmale Kästen entlang der Fassade, die keine Änderung des festen Bodens erfordern.
- Pflanzen, die aus einem Topf entlang einer Regenrinne nach oben geführt werden.
So kannst du trotzdem eine grüne Fassade schaffen, ohne dass der Bürgersteig verändert werden muss.
Gemeinsam grüner werden!
Ein Fassadengarten bleibt selten allein. Wenn mehrere Häuser mitmachen, entsteht eine zusammenhängende Grünzone, die sich direkt auf das Straßenbild auswirkt. Oft ist es einfacher als man denkt, Nachbar*innen dafür zu begeistern. Außerdem geben viele Gemeinden Zuschüsse an Gruppen von Bewohner*innen, die gemeinsam begrünen. Ein gemeinsamer Fassadengartentag führt also nicht nur zu mehr Pflanzen, sondern auch zu mehr Kontakt und Engagement in der Straße!